YOGA

Das Wort Yoga symbolisiert die Einheit von Körper, Geist und Seele. Es ist aus dem Sanskrit abgeleitet von Yui; das heißt zusammenfügen, einigen oder wiedervereinigen.
Und dies ist in der Tat der höhere Sinn des Yoga: eine Vereinigung der Menschen mit der Unendlichkeit des Weltgeistes. (vgl. Indra Devi, Ein neues Leben durch Yoga, S. 174)

Körperübungen (Asanas) bringen unseren Körper in Gleichgewicht.
Atemübungen (Pranayama) zentrieren unseren Geist.
In der Meditation bekommen wir Zugang zu unserer Seele.
Im Selbststudium (Svadhyaya) erfahren wir mehr über uns selbst, über andere, über unser Wesen und über unsere Natur, unsere Aufgaben im Leben, und so weiter.

So kommen wir Stück für Stück näher an unseren Wesenskern heran und erleben uns immer mehr als eins mit uns selbst,
eins mit der Natur,
eins mit anderen,
und eins mit Höherem.


Voraussetzung für Einheit und Frieden in der Welt ist der Friede im Geist.
Der Friede im Geist kann aber nur entstehen, wenn wir uns bewusstmachen, dass alle Menschen wie Mitglieder ein und derselben Familie sind, trotz aller Unterschiede im Glauben, in den Ideologien in den politischen und wirtschaftlichen Systemen. Verglichen mit dem, was uns verbindet, sind diese Unterschiede nur Nebensächlichkeiten. (vgl. Dalai Lama, Ratschläge des Herzens, S. 118f)

Wenn man anfängt, Zusammenhänge in größerem Maßstab zu sehen, erkennt man, dass in der Natur alles zusammenhängt.

Jostein Gaarder sagt es in seinem Roman Sofies Welt mit diesen Worten:
„Wenn wir erkennen, dass alles aus Notwendigkeit geschieht, dann können wir ein intuitives Erkennen der Natur als Ganzheit erlangen. Wir können zu einem kristallklaren Erleben der Tatsache gebracht werden, dass alles zusammenhängt, ja, dass alles eins ist. Unser Ziel ist, alles, was existiert, in einem gesammelten Überblick zu erfassen. (Jostein Gaarder, Sofies Welt, S. 300)


Dass auch der Mensch Teil dieser Natur ist, besagt das Prinzip Ubuntu, nach dem ein Mensch erst durch einen anderen Menschen zum Menschen wird:

„Wenn ich ein kleines Stück Brot habe, dann ist es zu meinem Nutzen, wenn ich es mir dir teile. Weil keiner von uns allein auf diese Welt gekommen ist.
(…) Ich könnte ja gar nicht reden, so wie ich es hier tue, wenn ich es nicht von anderen Menschen gelernt hätte. Ich könnte nicht als menschliches Wesen exisitieren. Ich könnte nicht so denken, wenn ich es nicht von anderen Menschen gelernt hätte.
Ein Mensch zu sein lernte ich von anderen Menschen. Wir sind alle Teil dieses wunderbaren Netzwerks.“ (Desmond Tutu in Das Buch der Freude, S. 73)

Dass wir alle Teil von etwas ganz Großem sind, steht (unter anderem) in der Bhagavad Gita:
„Wer in äußerster Ruhe, gereinigt von Begierden und Leidenschaften, beim Göttlichen verweilt, wer die Wahrheit des Atman kennt, ruht in der höchsten Glückseligkeit des Brahman. Da er ständig mit der Gottheit vereinigt ist, ist die Glückseligkeit dieses Yogis ewig. Auf diese Weise von Gott berührt, schaut dieser Yogi überall die Einheit und das wahre Selbst (die Gottheit), in jedem Geschöpf, in allem Erschaffenen.“ (Bhagavad Gita, Kapitel 6, Vers 27-29; Erläuterung von Jack Hawley)